
didacta 2026: Wir waren dabei!
04.02.2026
Die didacta 2026 in Köln war für die Lebenshilfe Köln ein voller Erfolg. Mit einem Messestand und einem Fachtag konnten wir das Thema "Inklusion" erfolgreich auf der Messe platzieren.
Erstmals präsentierte sich die Abteilung Schule und Kita gemeinsam mit dem Café "Wo ist Tom?" und der BeKoVe (Beratung, Kommunikation und Verhalten) mit einem eigenen Stand und kam mit zahlreichen Besucher:innen ins Gespräch über inklusive Bildung, Schul- und Kitabegleitung sowie aktuelle Herausforderungen im Bildungsbereich.
Während die BeKoVe mit ihren Materialien auf großes Interesse stieß, sorgte das Café mit Kaffeespezialitäten für eine einladende Atmosphäre am Stand.
Fachtag „Inklusionen an weiterführenden Schulen – Chancen und Herausforderungen“ am 12.3. im Congress-Centrum der Köln-Messe
Zur Begrüßung sprach Vorständin Silke Mertesacker von einer „doppelten Premiere“: Erstmals sei die Lebenshilfe Köln mit einem eigenen Stand auf der didacta vertreten und richte zugleich einen Fachtag aus. Ziel sei es, Inklusion stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und die Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf zu verbessern. Besonders Menschen mit komplexer Behinderung würden in der Inklusionsdebatte häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Die Lebenshilfe Köln begleitet als Dienstleisterin aktuell rund 750 Schüler:innen – zunehmend in Poolstrukturen. „Wir möchten Inklusion vorantreiben, nicht nur Mängel ausgleichen“, so Mertesacker.
Auch Emrah Can, Leitung der Abteilung Schule & Kita, betonte die Bedeutung der didacta als Plattform für Austausch und Vernetzung.
Im ersten Impulsvortrag berichtete Dr. Bruno Zerweck, Schulleiter des Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasiums in Köln-Sülz, über Erfahrungen mit inklusiver Bildung am Gymnasium. Seine Schule arbeitet seit mehreren Jahren mit der Lebenshilfe Köln zusammen. „Inklusion hat häufig ein negatives Image – ich möchte lieber von Chancen sprechen“, sagte Zerweck. Entscheidend seien vor allem gute Kommunikation und klare Strukturen. Sein Fazit: „Inklusion ist ein Qualitätsmerkmal, von dem alle Schüler:innen profitieren.“
Einen anderen Blick auf die Praxis eröffnete Martin Süsterhenn, Schulleiter der Katharina-Henoth-Gesamtschule in Köln-Vingst, einer sogenannten Startchancen-Schule. Hier lernen mehr als 1.000 Schüler:innen, viele mit Zuwanderungsgeschichte und sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen. Er erlebe die Rahmenbedingungen des Schulsystems und des Startchancen-Programms als „unflexibel und bürokratisch“. Seine Vision sei eine Schule mit mehr Vertrauen und Gestaltungsfreiheit: „Es muss von den Kindern aus gedacht und gemeinsam mit ihnen gestaltet werden – sie sind das Maß der Dinge.“
Inklusion ist ein fortlaufender Prozess
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten sie gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Bernasconi (Universität zu Köln), Daniela Pilger (Gesamtschule Wasseramselweg), Frank Görgens (Integrierte Gesamtschule Innenstadt) und Inga Zernikow (Paritätischer Kreisgruppe Köln) zentrale Fragen der inklusiven Schulentwicklung. Einig waren sich die Beteiligten, dass Inklusion ein fortlaufender Prozess ist, der Engagement, Kooperation und eine klare Haltung erfordert.
Teil einer Gemeinschaft zu sein, sich zugehörig zu fühlen ist nach Meinung von Prof. Dr. Bernasconi der wichtigste Aspekt von Teilhabe und somit der Kern von Inklusion. Forschung zeige zudem, dass inklusives Lernen allen zugutekommt. Daniela Pilger hob hervor, dass Inklusion sich an Vielfalt orientieren müsse und nicht am Förderbedarf Einzelner. Frank Görgens unterstrich die Notwendigkeit, vorhandene Ressourcen sinnvoll zu nutzen und Strukturen schrittweise weiterzuentwickeln. Inga Zernikow machte deutlich, dass gelingende Inklusion vor allem eine Frage der Haltung sei – und verwies zugleich auf steigende Anforderungen und fehlende Ressourcen im System.
Auch die Rolle der Schulbegleitung wurde diskutiert. Deutlich wurde, dass es langfristig mehr Qualifizierung und Professionalisierung braucht. Die Lebenshilfe Köln arbeitet bereits daran und setzt in Absprache mit den Leistungsträgern auf ein differenziertes Modell aus Assistenzkräften, qualifizierten Assistenzkräften und Fachkräften, die zu Beginn ihrer Tätigkeit verpflichtend modulare Fortbildungen durchlaufen. Pädagogische Fachberatungen und eine zertifizierte Qualifizierungsmaßnahme werden angeboten.
Der Fachtag zeigte: Inklusion an weiterführenden Schulen ist eine gemeinsame Zielsetzung, die Mut, Zusammenarbeit und verlässliche Rahmenbedingungen erfordert – und eine große Chance für Schule und Gesellschaft darstellt.
Insgesamt zieht die Lebenshilfe Köln ein sehr positives Fazit: Die Messe bot eine wertvolle Plattform für Vernetzung, Information und den gemeinsamen Dialog zur Weiterentwicklung inklusiver Bildung.
Lesen Sie hier einen Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers über unseren Stand und unseren Fachtag auf der didacta.
(Vorschaufoto: Koelnmesse / didacta / Oliver Wachenfeld)
(Fotos: Max Gehlsen)






























