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Begegnung auf Augenhöhe

Begegnung auf Augenhöhe

In nächster Zeit möchten wir Ihnen hier Artikel aus unserem aktuellen Kontakte-Magazin vorstellen. Das vollständige Magazin finden Sie hier, auf Wunsch schicken wir Ihnen auch gerne ein Exemplar zu.

In der Geschichte der Behindertenpädagogik hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles verändert. Menschen mit Behinderung leben schon lange nicht mehr in Großanstalten und werden dort nur nach Mindeststandards versorgt. Die Wohnheime sind über die Jahre immer kleiner geworden und die Betreuung personenbezogener und individueller. Heute sind viele Menschen mit geistiger Behinderung Kunden im Ambulant Betreuten Wohnen, aus den ‚Betreuern‘ sind Begleiter*innen und Assistent*innen geworden.

Menschen mit Behinderung sind nicht mehr die Mängelwesen ohne Fähigkeiten und ausschließlich durch ihre Behinderung definiert, sondern die meisten sind mit Unterstützung zu einer weitgehend selbstbestimmten und selbstständigen Lebensweise fähig.
Viele Eltern fragen sich, wenn ihr erwachsenes Kind von zuhause in das Ambulant Betreute Wohnen zieht: Wie wird die Beziehung sein zwischen den Mitarbeiter*innen und meinem erwachsenen Kind? Ist es eher ein mütterliches und ein versorgendes? Oder ein freundschaftliches? Oder ist es eher ein pädagogisches Verhältnis, das durch Ungleichheit definiert ist? Oder ist es ein Verhältnis, das sich durch Begegnung auf Augenhöhe und Gleichberechtigung qualifiziert?

Was sagen zwei Kunden über die BeWo-Mitarbeiter*innen:

S. „Die BeWo Mitarbeiter sind freundlich. Sie hören mir zu und man kann mit ihnen auch über Probleme reden. Aber das kennt man auch von Betreuern, dass es auch mal Kritik gibt.“

M. „Die sind sehr nett und hören sehr gut zu, was ich ihnen sage.“

Wie gestalten sich bei der Lebenshilfe im Ambulant Betreuten Wohnen die Beziehungen? Wir haben für Sie im Handbuch für Mitarbeiter*innen nachgelesen. Hier heißt es unter anderem:
Die Kunden im Betreuten Wohnen sind erwachsene Menschen und werden von den Mitarbeitern*innen gesiezt.

  • Die Mitarbeiter*innen sind Gast in der Wohnung der Kunden und haben in der Regel keinen Haustürschlüssel.
  • Die Mitarbeiter*innen gehen nur nach Absprache in die Wohnung des Kunden.
  • Die Mitarbeiter*innen bauen ein Vertrauensverhältnis zu den Kunden auf. Sie achten dabei darauf, dass es sich um eine Arbeitsbeziehung und nicht um eine freundschaftliche Beziehung handelt.

Diese Standards machen deutlich, dass das Ambulant Betreute Wohnen keine Fortsetzung eines Lebens in der Familie ist. Die Gestaltung der Beziehungen entspricht einem erwachsenen Verhältnis zwischen Helfern und Kunden. Beide begegnen sich auf Augenhöhe und mit Respekt. In den Lernsituationen oder bei der stellvertretenden Übernahme von Aufgaben und Entscheidungen sind die Mitarbeiter*innen zwar diejenigen, die über mehr Wissen verfügen und anleiten können, der Mensch mit Behinderung wird dadurch aber nicht klein und abhängig, er bleibt im Mittelpunkt.

Text von Anja Friedrichsen und Sandra Gebhardt. Erschienen im Kontakte Magazin 2018.

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